Klebtests durchführen

Ich habe an den Klebstellen gezogen und das Ergebnis hat mich überrascht!

8/23/20262 min read

Ich konnte nun endlich die Zugversuch-Tests durchführen, deren Teile ich vor einiger Zeit bereits hergestellt habe. Das Ziel dieses Tests war es, herauszufinden, mit welcher Scherfestigkeit ich etwa rechnen darf. Auf die Fläche von meinem Teststück gerechnet hätte die Klebstelle etwas zwischen 2.2 und 3 Tonnen halten sollen. Das sind die Herstellerangaben für unbehandelte Kleboberfläche und gebeizte Kleboberfläche. Ich wollte herausfinden, ob meine Vorbereitung (anrauen und reinigen) gut gemacht wurde, und ob sich der Kleber beim Reindrücken richtig in der Mantelfläche verteilt hat. Dies habe ich gesteuert, in dem ich verschiedene Muster in die Fläche gefräst habe, die das Fliessen verbessern sollten.

Die Einrichtung

Die Versuche durfte ich in der IDM Thun durchführen, wo ich auch meine Lehre gemacht habe. Vielen Dank Tinu für die Unterstützung dabei! Gezogen wurde am Werkstück an einer Schulter von DM20 auf DM12, es wurde nicht geklemmt. Es wurde nicht nur die Klebstelle gerissen, sondern danach noch das ganze Teil auseinandergezogen.

Die Ergebnisse haben mich umgehauen.

Die Schwächste von vier Proben ist bei 3.3 Tonnen gerissen, die anderen bei 3.7, 4.0 und 4.1 Tonnen! Die Erwartungen wurden übertroffen.

Was bedeutet das für meinen Rahmen?

Ich weiss nun, dass eine Einfräsung die Festigkeit der Klebstelle begünstigt, weil sich der Kleber besser verteilt. Ebenfalls lerne ich daraus, dass meine Klebstellenvorbereitung gut war, ich kann es wieder so machen. Zuletzt habe ich noch etwas sehr spannendes herausgefunden. Nehmen wir als Beispiel das Teststück, welches bei 4.0 Tonnen gerissen ist. Der Vorgang des Reissens hat sich so gezeigt, dass die beiden Teile etwa 2 mm zueinander ruckartig verschoben sind. Man könnte meinen, dass die beiden Teile danach von Hand zu separieren sind. Dem war jedoch nicht so, es hat nochmal einen Kraftaufwand von über 1 Tonne benötigt, um sie auseinander zu ziehen. Ich gehe davon aus, dass der Kleber, der ja immer noch da ist, sich beim Auseinanderziehen verkeilt hat. Daraus lerne ich, dass bei einem Kleberbruch der Rahmen nicht einfach auseinanderfallen würde. Das gibt mir viel Sicherheit, ich werde dem Rahmen vollkommen vertrauen.

Wie geht es weiter?

Es laufen gerade diverse Projekte gleichzeitig. Ich bin dabei, die Rahmenkleinteile wie Achsen und Bolzen herzustellen. Ich bin an der Entwicklung von Carbon Anbauteilen für den Rahmen. Ich habe gerade das Crowd Funding abgeschlossen. Ich habe begonnen, Sponsoren für Teile zu suchen. Und ich bin auch schon an der Konzeption für das nächste Hurti Bike!

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