Erstes Handanlegen - Klebtest herstellen

Zum ersten Mal mache ich mir im Singlepivot Projekt die Hände schmutzig! Hergestellt wird ein Testbauteil, um die Klebstelle im Zugversuch zu überprüfen.

SINGLEPIVOT

1/31/20263 min read

Das Hurti Singlepivot Projekt hat ein neues Update erhalten. Ich habe mich dazu entschieden, die Klebstelle des vorderen Rahmendreiecks zu testen. Das Ziel ist es zu erfahren, ob die von mir geplante Klebstelle so umsetzbar ist. Dazu habe ich ein Bauteil konstruiert, welches ich in eine Zugversuchmaschine einspannen kann. Die Teile habe ich selbst hergestellt und geklebt.

Um was geht es?

Das Bauteil

Um ein Testobjekt in der Zugversuchmaschine einzuspannen, benötigt es beidseitig einen Anschluss. Dabei handelt es sich um einen Kopf DM 20 mm und Länge 20 mm, welche in einen Schaft von DM 12 mm übergeht. An der Schulter beim Übergang von 20 auf 12 wird die Maschine ziehen.

Die Klebstelle habe ich der im Rahmen nachempfunden. Dabei handelt es sich um eine Spielpassung von H7/h7, um die beiden Teile zusammenzufügen. Im Bolzen befindet sich zudem eine "Tasche", in dem der Kleber dann sein wird. Die Idee ist es, den Kleber nach dem Zusammenstecken von aussen in die Klebstelle zu drücken. Dazu gibt es auf beiden Seiten im äusseren Teil eine 4 mm Bohrung.

Als Kleber habe ich den DP-105 von 3M gewählt. Dieser hat eine sehr tiefe Viskosität, bedeutet also er ist ziemlich dünnflüssig. So kann ich ihn besser in den Klebspalt drücken. Der Klebspalt beträgt bei diesem Kleber nur 0.1 mm. Damit ich beim Versuchsstück nicht aus versehen den Durchmesser 12 verreisse, habe ich die Klebstelle so dimensioniert, dass sie bei etwa 60% der Kraft des 12 mm Durchmessers reisst. Trotzdem hat die Klebeverbindung mit der Dimension DM 25 mm mal 27.5 mm noch eine theoretische Scherfestigkeit von 21.5 kN.

Das Kleben

Das Vorgehen beim Kleben war relativ simpel. Folgende Schritte habe ich durchlaufen:

  1. Mise-en-place machen wie beim Kochen. Dazu gehört auch, dass der Kleber, die Bauteile und der Raum die richtige Temperatur haben (20-25°C nach Angaben von 3M).

  1. Bauteile anrauen, reinigen und entfetten. Das Bauteil nur noch mit Handschuhen berühren, die Klebstelle am besten gar nicht mehr.

  1. Bauteile zusammenstecken und den Kleber durch das Loch in den Klebspalt drücken.

Was habe ich gelernt?

Der Kleber hat sich nicht wie geplant verteilt. Der Klebspalt ist einfach zu klein, damit der Kleber richtig fliesst. Der Kleber ist nicht wie geplant aus dem anderen Loch wieder ausgetreten. Deswegen habe ich in das zweite Teststück mit dem Dremel eine spiralförmige, etwa 0.3 mm tiefe Einfräsung gemacht, damit sich der Kleber besser verteilen kann. Bei der zweiten Klebung ist der Kleber tatsächlich aus dem zweiten Loch ausgetreten. Ob er sich aber auch in der ganzen Mantelffläche verteilt hat, kann ich nicht sagen. Dies werde ich erst herausfinden, wenn ich daran ziehe und die Bruchfläche untersuche. Dies wird in den nächsten Wochen geschehen und ich werde dazu einen neuen Blogbeitrag schreiben.

Dies ist ein kleiner Meilenstein für mein Projekt, endlich geht es wieder vorwärts. Vielen Dank an Mäthu an dieser Stelle für das Benutzen der Drehbank und an Alain für die technische Unterstützung.